13. Kirschblütentour 2024, mit dem Gravel

© MapOut © OpenStreetMap contributors
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Es versprach am 14. April 2024 eine super Tübinger-Kirschblütentour zu werden. 20 Grad Celsius beim Start um 9 Uhr, so war bei fast allen Radfahrenden kurz-kurz angesagt. Vereinzelte Windwesten und Armlinge konnten schon bald, als die letzten Schleierwolken die Sonne freigaben, in die Trikottaschen verstaut werden. Nach langem Pausieren, seit 14. April 2019, habe ich es wieder geschafft mich bei der Kirschblütentour anzumelden. Trotz meinem verzögerten Radsaisonstart Anfang April 2024 (Anradeln mit Gravel), habe ich mich enthusiastisch als Schlussfahrer bei Armins 86 Kilometer Graveltour mit geplanten 20 km/h angemeldet. Wie kündigte Armin in seiner Mail an die Teilnehmer an:
fürs Durchrasen ist die Strecke auch viel zu schön.

Start im Neckatal, am Horizont Hohen Neuffen, Steinruch Hörnle, Wiesenweg Beuren, Hörnle und Burg Teck kurz vor VP, Steuobstwiese Lenninger Tal / Bilder: Ulf

Wie so oft läuft es dann doch anders als geplant. So durfte ich bei der 120 Kilometer Gravel-Strecke den Job als Schlussfahrer zumindest erstmal bis Owen übernehmen.
Beim ersten Verpflegungsstopp in Owen fühlten sich meine Beine noch fit und ich voller Tatendrang. Die Stärkung mit dem selbst gebackenen, legendären, habhaften Erna-Bananenkuchen und ebenso köstlichen Hefezopf sowie der weiteren üppigen Verpflegung (keine Wünsche bleiben offen) des R.V. Pfeil Tübingen trug zu meiner mentalen Motivation bei. Joachim gab mir noch einen Schotter-Hinweis (eher zum Schlottern) beim Zusatzschleifenanstieg zum Hörnle.
Also, über die Oberlenninger Steige, meinem ersten längeren Anstieg in diesem Jahr, am höchsten Punkt (760 m) über einen smoothen, leicht fallenden Waldweg (in jedem Falle besser als der marode Asphalt-Schotter-Weg nach Krebsstein) in Richtung Naturschutzgebiet Schopflocher Moor. Auf schönen Gravel-Alb-Wegen vorbei an der Heimensteinhöhle zum Mittelfels mit unmittelbarer Aussicht zur Burgruine Reußenstein. Zuvor hatte unser Tourführer Carsten noch ein Gruppenbild mit im Hintergrund der Ruine Reußenstein inszeniert und es fand sich sogar ein freundlicher Radfahrer, der sich als Fotograf bemühte… Aber leider hatte ich zum guten Schluss bei Fotoschuss ausgerechnet meinen Schädel vor der Ruine – oh man - sorry! Etwas abweichend von Armins Track gravelten wir ambitioniert den schmalen Albtrauftrail (T1) bis zum Hofgut Reußenstein 😊. In schneller Asphaltfahrt nach Neidlingen, Hepsisau nördlich umfahrend, durch Kirschblütenwiesen bis Bissingen unter der Teck.

 

Geschichten am Rande des Weges:

↗Die Sage vom Reußenstein vom schwäbischen Dichter Wilhelm Hauff.
 ↗"Trudy“ Ederle – Königin der Wellen durchschwamm am 6. August 1926 als erste Frau den Ärmelkanal. Die Grundlagen wurden beim Sommer-Großeltern-Urlaub im Bissinger Badesee gelegt.

Aktuell ab 31. Mai 2024 der Film: ↗Young Woman and the Sea

Mittelfels mit Reußenstein, Kirschblütenwiese bei Hepsisau, zum Hörnle, Wiesenwege um Frickenhausen, letzte Anstige bei Rübgarten /  Bilder: Ulf

Jetzt wurde es kurz richtig giftig, da der geplante Anstieg Richtung Teck zuvor teilweise frisch mit feinem losen Gravel - wahrscheinlich extra für uns Graveler - aufgefüttert worden war 😉. Der Schlupf am Hinterrad war entsprechend erhöht. Am Hörnle (600 m) waren alle froh, dass wir beim zweiten Verpflegungsstopp bei der 120er-Gravelrunde in Owen unsere deutlich reduzierten Kohlehydrat- und Flüssigkeitsspeicher - siehe Gruppenbild auch mit durchsichtiger (Kirsch)Flüssigkeit - auffüllen konnten. Inwieweit sich die Aussage eines Bekannten von mir: „Ich mag Obst am liebsten, klein zusammengepresst und in klarer flüssiger Form“ bewahrheite soll an dieser Stelle dahingestellt bleiben.

Bilder: Carsten

Zum ersten Mal etwas zäh wurde es, ehrlich gesagt für mich, bei der Rückfahrt ab dem Anstieg aus dem zu querenden Tiefenbachtal zum Freilichtmuseum Beuren und Engelberg Südwest-Pass mit 494 m. Vielleicht fehlte mir der zuvor ausgeschlagene Schwung des Kirschtrunks? Die Belohnung jedenfalls „à la Armin“ war der folgende schöne Höhenweg mit wechselndem Wegesuntergrund „Gravel pur“, gesäumt von Streuobstwiesen verbunden mit herrlichen Ausblicken hoch zum Hohen Neuffen, auf Linsenhofen und Frickenhausen. Den dusteren Tunnel im Bereich der Autmut unter dem Damm der Bahnstrecke Plochingen – Immendingen kannte ich noch nicht.
Die letzten von Tourführer Carsten vor dem Golfplatz Hammetweil angekündigten drei (kleineren) Anstiege hatten für mich ab Rübgarten meine letzten und deutlich zur Neige gehenden Beinkräfte gefordert. Naja, man weiß ja aus Erfahrung, die Anzahl der angegebenen Anstiege beim GPS-Navi sind mit den gefühlten zum Schluss einer 120 Kilometer Runde, nicht immer im Einklang…

Übrigens das Thermometer pendelte sich inzwischen bei 26 Grad Celsius ein.

Zusammenfassend ein wunderschöner Gravel-Radtag bei perfektem Wetter, mit Armins spezifischen Streckenführung war das für uns alle ein Frühjahrshighlight – Danke hierfür!

Außerdem natürlich und im Besonderen den flinken Helfenden-Händen am Verpflegungspunkt in Owen – perfekt – es bleiben keine Wünsche offen, trotz des großen Teilnehmerfeldes. (Außer ein höherer Biertisch zum Brötchenschmieren für die Helferinnen). Ein Teilnehmer meinte, er fahre kurz ´ne Runde ums Haus und komme nochmals wieder – ich erwiderte: Warum ´ne Runde? – Bleib hier und genieße die Gastfreundschaft!
In diesem Sinne komme ich sicher wieder und freue mich aufs nächste Jahr der KirschblütenGaveltour des RV Pfeil Tübingen.

 

Ich hatte zum Schluss nach 122 Kilometer einen Durchschnitt von 21,2 Kilometern, für mich ein anspruchsvolle Gravelrunde.

Text: Ulf /15.04.2024


Übrigens: Es waren in diesem Jahr 300(!) radelnde Teilnehmer ca. 40 Prozent alleine oder in kleiner Gruppe per GPS-Navigation unterwegs. Der große Rest in zehn geführten Rennrad Gruppen und zwei geführten Gravel Gruppen.

Rennrad:
26 km/h: 148 km Gruppe 1, 120 km Gruppe 2
23 km/h: 148 km Gruppe 3 und 4, 120 km Gruppe 5, 6 und 7, 84 km Gruppe 8
20 km/h: 120 km Gruppe 9, 84 km Gruppe 10
Gravel:
20 km/h: 120 km Gruppe 11, 86 km Gruppe 12

↗Tübinger Kirschblütentour RV Pfeil Tübingen