Herbstwanderung Remstal-Höhenweg 2018

Die Lutherkirche in Fellbach ist Startpunkt unserer diesjährigen Herbstwanderung. Um halb neun ist die Sicht auf den Himmel noch von Nebelschwaden verdeckt. Wir begaben uns auf den 15 Kilometer langen ersten Teil des Remstal-Höhenweges.

Kartenmaterial: MapOut (OpenStreetMap)
Kartenmaterial: MapOut (OpenStreetMap)

Vorbei an der Neuen Kelter ging es über die steilen Alter Bergweg-Stäffele bergan. Die leichte Kühle, die uns beim Start vereinzelt übermannte, verlässt mit den geleisteten Höhenmetern unsere Glieder. Mit einem Blick zurück, können wir vereinzelt die ersten blauen Himmelsflecken über dem Sommerrain erkennen. „Ja!“ es war die richtige Entscheidung diesen 21. Oktobertag 2018 für unsere Herbstwanderung zu wählen.

Am Kappelberg schauen wir dem faszinierenden Auflösen des Nebeldunstes Richtung Rotenberg zu, Titelbild. Über das Kaisersträßle erreichen wir, verbunden mit noch ein paar weiteren Höhemeter den Kernenturm, mit 513 m ü. NHN übrigens dem höchsten Punkt des Schurwaldes und unserer Remstal-Höhenweg-Tour.

Die Sonne hat in der Zwischenzeit den Nebel fast vollständig vertrieben. Allerdings ist es für eine wirklich gute Fernsicht, um diese Uhrzeit, doch noch etwas zu dunstig. Das Gegenlicht Richtung Osten schränkt die klare Sicht zusätzlich ein. Bei guten Bedingungen hat man von dem 27 Meter hohen Kernenturm einen faszinierenden Rundblick über nahezu das ganze württembergische Unterland. Im Westen der Stuttgarter Kessel mit dem am Horizont liegenden „Monte Scherbellino“, im Nordwesten Stromberg und Heuchelberg. Im Norden ist die Stufe der Keuperwaldberge, in weiterer Ferne sind die Löwensteiner Berge mit Juxkopf und Wunnenstein zu erkennen. Der Albtrauf zieht sich von Osten nach Südwesten, herausragend sind hier Teck, Hohenneuffen, Achalm und Hohenzollern.

Rufe, vom Fuße des Turms, reißen uns Turmbesteiger jäh aus der beschaulichen Stille und drängen zum Weitergehen. Wir haben noch ein Stück Weg vor uns und sollten spätestens um viertel nach zwölf Uhr im Gasthof Löwen zum Mittagessen eintreffen.

Die trockene, warme und sonnige Witterung im Frühjahr und Sommer führte zu Spitzenerträge bei Äpfeln, Birnen und Trauben. Und nicht nur das: die hohen Temperaturen haben auch für höhere Zuckerwerte gesorgt. In diesem Jahr liegen die Mostgewichte der Trollinger bei 75 bis 85 Grad, beim Riesling und Kerner bei 92 und 98 Grad Oechsle. Durch den höheren Alkoholanteil wird der Wein kräftiger. Bei mehr als 100 Grad Oechsle steigt der Alkoholgehalt auf 13 oder 14 Grad Volumenprozent.

Zunächst führt unser Höhenweg wieder bergab nach Kernen im Remstal über die Weinstraße an der Kelter und dem Y-Museum vorbei. Über die Kleine Steige einen steilen Wengerter-Weg, vorbei an Trockenmauern, geht’s zur Y-Burg, dem historischen Wahrzeichen des Weinortes.

Die hier geplante Vesperpause fällt den aufgestellten Skulpturen in und um die Burg zum Opfer. Schnellen Schrittes, immer noch bergan, vorbei an den Sieben Linden, eile ich unserer 20-köpfigen Wandergruppe nach. Den Museumswengert. der mittelalterliche, fast ausgestorbene Rebsorten beherbergen soll, habe ich in meiner "Hetz" leider nicht wahrgenommen. Weiter geht es durch buntgefärbte, sonnendurchflutete Waldabschnitte, am westlichen Rand von Lobenrot vorbei. Hier schwenken wir schnurstracks, etwas abweichend vom Plan, auf die Alte Weinstraße ein und erreichen so "just in time" Strümpfelbach. Hier treffen wir im Löwen unsere "gemütlichen" weiteren acht Spaziergänger.

Kartenmaterial: MapOut (OpenStreetMap)
Kartenmaterial: MapOut (OpenStreetMap)

Nach dem wohlverdienten leckeren Mittagsmahl erkunden 22 "Spaziergänger" zusammen den 2,8 Kilometer langen Skulpturenpfad mit Werken aus drei Generationen der Künstlerfamilie Nuss.

Das Thermometer zeigt in der Sonne, gefühlt deutlich über 20 Grad. Die morgens noch nützlichen Jacken werden geschultert oder im Rucksack verstaut. An der Bushaltestelle Hundsäcker trennen sich kurzfristig unsere Wege. Die Gut-zu-Fuß-Gruppe macht sich mit 3,4 zusätzlichen Kilometern auf zur S-Bahn Beinstein und genießt die letzten Sonnenstrahlen. Die Bus-Gruppe fährt nach Endersbach und sammelt uns Läufer im „letzten Wagen“ der S-Bahn ein.

Besonders gefreut hat uns die große Teilnehmerzahl. So geht eine wunderschöne, herrliche Herbstwanderung zu Ende und wir freuen uns schon auf nächstes Jahr.

Text und Bilder: Ulf, Okt. 2018

Der abgebildete Streckenverlauf mit 4 km ist die Route ab dem Gasthof Lamm.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jürgen Stippak (Mittwoch, 24 Oktober 2018 07:12)

    Sehr schöne Bilder mit Blick fürs Detail - Ganz Toll