Matthias M. 2026 erfolgreich beim Giro delle Dolomiti

©Giro delle Dolomiti
©Giro delle Dolomiti

Vom 13. bis 17. Juli fand in diesem Jahr die 49. Ausgabe des ↗Giro delle Dolomiti statt. Eine Radsportveranstaltung bei der sowohl das genussvolle als auch der sportliche Teil vereint sind. So gibt es in jeder Etappe einen Streckenabschnitt, bei dem auf Zeit gefahren wird. Hierbei gibt es außer der Gesamtplatzierung auch Wertungen in verschiedenen Altersklassen. Als Bergspezialist also genau das Richtige für mich.

Erste Etappe

Bei strahlendem Sonnenschein wurden die Teilnehmer zur ersten Etappe von mehreren Begleitmotorrädern in Richtung Norden ins Eisacktal begleitet. Perfekt waren dabei die Absperrmaßnahmen der örtlichen Polizei, sodass der Tross an keiner der zahlreichen Bozener Kreuzungen halten musste. 

Streckenbeschreibung des Veranstalters:

Die erste Etappe (kleine Dolomitenrunde) mit Start um 9:00 in Bozen beginnt nach 8 km lockerem Einradeln in Blumau mit der Bergfahrt. Nach ein paar Km auf der Landesstraße nach Kastelruth biegt die Straße nach rechts ab und steigt bis Prösels weiter an bevor es den Hang entlang nach Tiers geht. Tief unten kann man das Tierserbach erahnen, auf der gegenüberliegenden Talseite breitet sich das Dorf Steinegg aus und links ragt das Schlernmassiv gegen den Himmel. Nach 26 Km ist Tiers erreicht und, ohne Anstrengung, geht es weiter bis nach St. Zyprian. Hier an der Talstation der Cabrio-Seilbahn zum Rosengarten, beginnt die zeitgestoppte Strecke (Crono) zum Nigerpass. Die 7 Km und 542 Hm, größtenteils im Wald, sind nicht zu unterschätzen denn die Straße überrascht mit längeren Steigungen bis zu 13%. Nach dem Zielbogen, erwartet uns ein langes Flachstück und ein Bergpanorama zum Staunen, denn jetzt zeigt sich der Rosengarten von seiner schönsten Seite. Am Karerpass kann man an der Verpflegungsstation die leergefahrenen Energiespeicher wieder auftanken. Frisch gestärkt begibt man sich auf die 26 km lange Abfahrt – vorbei am smaragdgrünen Karersee – durch das Eggental fast bis nach Bozen. Im Schutz der Begleitfahrzeuge wir diese zu einem wahren Rennradfestival. Am Ziel in der Bozner Messe angekommen wartet ein Mittagessen mit regionalen Spezialitäten. 

©Giro delle Dolomiti
©Giro delle Dolomiti

Mit dem 12. Platz im Gesamtklassement sowie dem Sieg in der Altersklasse konnte ich erstmals ein erfolgreiches Ergebnis liefern.

Buffet bei der Pause in San Martino di Castrozza
Buffet bei der Pause in San Martino di Castrozza
Hotel in San Martino di Castrozza
Hotel in San Martino di Castrozza
Panorama in San Martino di Castrozza
Panorama in San Martino di Castrozza

Zweite Etappe

Die zweite Etappe startete in Waidbruck. Für mich erfolgte die Anreise von Bozen hierzu entspannt mit dem Regionalzug. Wie bei meiner ersten Teilnahme vor drei Jahren, waren für diese Etappe in das Herz der Dolomiten die Wettervorhersagen auch dieses Mal kritisch. Zum Start war es aber trocken und über den Tag zeigte sich immer wieder die Sonne zwischen den Wolken. 

Streckenbeschreibung des Veranstalters:
Wie gewohnt startet die Sellaronda in Waidbruck, am Eingang des Grödnertales. Das bedeutet weniger Km und dafür mehr Spaß. Nach kurzem Anstieg fahren wir in angenehmer Steigung in das Grödnertal bis nach St. Ulrich, dann durch St. Christina und nach Wolkenstein, wo die Pässeauffahrt beginnt. An der Weggabelung in Plan de Gralba nehmen wir die 5,3 km zum Sellajoch in Angriff. Oben angekommen, stürzen wir uns in die Abfahrt zum Pian de Schiavaneis, wo der Anstieg zum Pordoijoch startet. Ist dieser erklommen, wartet eine 9,5 km lange flowige Abfahrt nach Arabba. Wenn man es nicht zu rasant angeht, kann man ein paar Blicke auf die Marmolada und die Ampezzaner Dolomiten riskieren. In Reba, wie der ladinische Name von Arabba lautet, heißt es wieder in die Pedale zu treten, um die 285 Hm zum Campolongo-Pass zu überwinden. Nun folgt die Abfahrt nach Corvara, wo man an der Verpflegungsstation wieder Energie tanken und verschnaufen kann. Nach 9 km beginnt dann in Kolfuschg die Rennstrecke zum Grödner-Joch, die im Wettkampfmodus bezwungen werden soll. Ist die Passhöhe erreicht, wartet eine lange Abfahrt bis nach Wolkenstein. Entspannt fährt man am Fuße des Sellastockes vorbei, im Blickfeld den Lang- und Plattkofel. All jene die 2025 beim GdD dabei waren, können sich die Seiseralm vorstellen, die dahinter liegt. Am Ende der langen Abfahrt wartet in Wolkenstein das Mittagsessen auf die Radler. Gestärkt geht es danach es talauswärts nach Pontives und von dort rasant hinunter nach Waidbruck.

©Giro delle Dolomiti
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Panorama am Grödner Joch
Panorama am Grödner Joch
Panorama am Grödner Joch
Panorama am Grödner Joch
Panorama am Grödner Joch
Panorama am Grödner Joch

Erneut konnte ich mich in meiner Altersklasse durchsetzen und erreichte im Gesamtklassement bei dieser schweren Etappe den 25. Platz. Einziger Wermutstropfen des Tages war der doch noch einsetzende Regen nach der letzten Verpflegung in Wolkenstein hinunter nach Waidbruck.

Dritte Etappe

In der dritten Etappe galt es eine kurze Strecke zu bewältigen. So konnte jeder Teilnehmer am Nachmittag nochmals Kräfte sammeln für die weiteren beiden Etappen der folgenden Tage. Bei besten Wetterbedingungen ging es wieder auf abgesperrten Straßen hinaus aus Bozen. 

Streckenbeschreibung des Veranstalters:
Die dritte Etappe des Giro delle Dolomiti beginnt sofort mit dem wettkampfmäßigen Teil. Gleich zu Beginn in Bozen/Rentsch, wo sich die Straße über Kehren zuerst durch die Weinberge von St. Magdalena, dann durch Mischwald auf das sonnige Rittner Hochplateau hochschraubt, befindet sich der Start der zeitgestoppten Strecke. Immer im Blick hat man die gegenüberliegende Seite, wo sich die Dörfer des Kastelruthers Plateau aneinanderreihen. Vom beliebten Bozner Hausberg bieten sich wunderbare Ausblicke auf die Seiseralm, den Schlern und den Langkofel. Das Ende der Etappe ist heuer direkt in Klobenstein, wo in der „Ritten Arena“ die Verpflegungsstation angeboten wird. Von hier aus können die Radler je nach Wunsch entweder eigenständig nach Bozen zurückkehren oder auf Nebenstraßen die Etappe beliebig verlängern. 

©Giro delle Dolomiti
©Giro delle Dolomiti

Erneut konnte ich meine Altersklasse gewinnen und landete auf dem 18. Platz in der Gesamtwertung. Nach der Verpflegung im schönen Stadion nahe der Ritten-Arena ging es für mich auf dem gleichen Weg entspannt zurück zum Hotel.

Kreisverkehr in der Nähe der Ritten Arena
Kreisverkehr in der Nähe der Ritten Arena
Steinfigur am Kreisverkehr
Steinfigur am Kreisverkehr

Vierte Etappe

Der Start der vierten Etappe erfolgte im diesjährigen Olympiaort Predazzo. Die Teilnehmer konnten hierzu eigenverantwortlich oder mit Bussen des Veranstalters anreisen. Aufgrund der frühen Abfahrt um sieben Uhr an der Bozener Messe war frühes Aufstehen an diesem Tag angesagt. Um neun Uhr erfolgte der Start bei wiederum strahlendem Sonnenschein. Entgegen der Vortage waren die ersten Meter der zeitgenommenen Strecke flach. Leider schaffte ich es nicht, mich in der schnellen Spitzengruppe zu halten. 

Streckenbeschreibung des Veranstalters:
Die heurige Königsetappe führt in die Pale di San Martino, die mit einer Ausdehnung von 240 km² das größte Massiv in den Dolomiten sind. Von Predazzo im Fleimstal geht es in gemütlicher Fahrt in das Travignolo Tal hinein. In Bellamonte beginnt die zeitgestoppte Strecke zum Rolle Pass. Auf der für den Verkehr gesperrten Straße fährt man am Lago di Paneveggio entlang bis nach Paneveggio. Dort beginnt die 6 km lange Auffahrt zum Rollepass auf der 390 Höhenmeter zu bewältigen sind. Nach der obligatorischen Stärkung in San Martino di Castrozza radelt man zurück nach Paneveggio um von dort auf den Passo Valles zu fahren. In flowiger Fahrt wird die kurvenreiche Abfahrt hinunter nach Falcade, dem Hauptort des Valle del Biois, genommen. Die Auffahrt zum Passo San Pellegrino, der letzten Erhebung des Tages, erfordert noch einiges an Kraft, denn bis dorthin sind 760 Höhenmeter zu bewältigen. Auf der Passhöhe können wir in der Ferne die Gipfel der Civetta Gruppe ausmachen, links sieht man die Seilbahn auf den Col Margherita und die Abfahrtspiste La Volata auf der Weltcuprennen der Damen ausgetragen werden. Man wechselt von Belluno ins Trentino, vor 1918 verlief hier die Grenze zwischen dem Kaiserreich Österreich und dem Königreich Italien. Jetzt rollt man durch das S. Pellegrino Tal hinaus nach Moena und Predazzo, wo das wohlverdiente Mittagessen auf alle wartet.

©Giro delle Dolomiti
©Giro delle Dolomiti

Trotz des Malleurs zu Beginn des Rennens konnte ich erneut meine Altersklasse gewinnen und erkämpfte erneut den 25. Platz in der Gesamtwertung.

Am Valles Pass
Am Valles Pass
Am Valles Pass
Am Valles Pass
Am Rolle Pass
Am Rolle Pass

Schluss Etappe

Die abschließende Etappe startete wieder an der Bozener Messe. Während es am Morgen noch regnete hatte Petrus jedoch kurz vor dem Start ein Einsehen. Auf schnell abtrocknenden Straßen ging es ohne Halt nochmals vorbei an vielen Zuschauern hinaus aus Bozen. In Terlan erfolgte unmittelbar nach dem Abzweig zur Möltnerstraße der Beginn des letzten Rennens. 

Streckenbeschreibung des Veranstalters:
Diese letzte Etappe führt auf den Salten, wie die ausgedehnte Hochebene zwischen Jenesien und Meran genannt wird. Nach gemütlichem einrollen beginnt in Terlan der Streckenabschnitt mit Zeitnahme. Über mehrere Kehren und Steigungen werden die 789 Hm auf das Hochplateau erklommen, um auf dem nun folgenden Flachstück ins Ziel zu sprinten. Auf dem Festplatz von Verschneid gibt es ausreichend Verpflegung für die Rennradler, bevor man als Gruppe nach Mölten weiterfährt. Auf dem Weg zum Schermoos Sattel mit 1.439 m der höchste Punkt dieser Etappe, stellen sich noch zwei kurze Rampen in den Weg. Oben angekommen, kann man definitiv die Beine hochnehmen, denn im Schatten der Lärchen, vorbei an Koppeln mit Haflinger Pferden und Wiesen fahren wir bis nach Jenesien. Jetzt kann man die Räder auf breiter Straße bis nach Bozen rollen lassen, wo wir sicher von der Ortspolizei zur Messe Bozen begleitet werden. Dort wird der 49° Giro delle Dolomiti mit einem Mittagessen und einer Abschlussfeier mit Siegerehrung beendet.

©Giro delle Dolomiti
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Und auch diese Etappe konnte ich in meiner Altersklasse zu meinen Gunsten entscheiden. Im Gesamtklassement gelang mir der 17. Platz. Der Gesamtsieg in meiner Altersklasse war somit perfekt. Unter den 109 Gesamtteilnehmern landete ich letztlich auf dem 17. Rang. Ein großer Dank gilt den Organisatoren sowie den vielen Helfern die zum Gelingen dieses tollen Radsportevents beigetragen haben.

Text und Bilder: Matthias M. / Juli 2026

Streckenbeschreibungen und Höhenprofile ©Giro delle Dolomiti

Nach der Zieleinfahrt, geschafft aber glücklich über die Leistung und das Erlebnis.
Nach der Zieleinfahrt, geschafft aber glücklich über die Leistung und das Erlebnis.
Siegerehrung, leider hat der Zweitplatzierte gefehlt.
Siegerehrung, leider hat der Zweitplatzierte gefehlt.

©Giro delle Dolomiti
©Giro delle Dolomiti

Für alle die das Interesse an der Veranstaltung bekommen haben noch ein Video ↗https://www.peer.tv/de/video/giro-delle-dolomiti mit unserem Vereinsmitglied Lothar W. als Botschafter des Giro delle Dolomiti.


Matthias, vielen Dank für deinen Bericht und Gratulation zu den hervorragenden Platzierungen im Gesamtklassement und in der Altersklasse, im Namen des Vorstands - Respekt!

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