Warum Radfahren gleich doppelt schützt

"Jeder solle im Sinne des "social distancing" überlegen, ob er einen Weg zu Fuß oder im Sattel zurücklegen könne, statt öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. So könne das Infektionsrisiko gemindert werden." so Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Denn Radfahrer hielten nicht nur automatisch Abstand zu anderen, sondern seien zudem einem geringeren Risiko ausgesetzt, sich durch das Berühren von Oberflächen zu infizieren.

Radeln stärkt die Lunge

Auch bei Menschen ohne Vorerkrankung kann das Radfahren einen positiven Effekt haben: Grundsätzlich wird bei Ausdauersportarten die Lungenmuskulatur trainiert. Beim rhythmischen Radeln werde zudem das Atmungsorgan gut belüftet und besser durchblutet: "Sie atmen intensiver, das heißt, Sie reinigen Ihre Lunge gut. Und das ist in punkto Virusprotektion optimal", sagt Barczok: "Das Fahrrad ist gerade jetzt auch aus diesem Grund ein sinnvolles Fortbewegungsmittel." Er selber sei dazu übergegangen, jeden Tag für den Weg zur Arbeit im Ulmer Lungenzentrum in den Sattel zu steigen.
In der Gemeinschaftspraxis behandelt Barczok viele Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), oft sind dies Patienten mit Raucherlunge. Laut dem Pneumologen sind diese einem besonders hohen Risiko bei einer Infektion mit dem Coronavirus ausgesetzt: "Wenn man sich die Daten aus China anschaut, sind die Männer, die rauchen und eine COPD haben, die am allermeisten gefährdete Patientengruppe." Einmal mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, liege die Sterblichkeit diesen Zahlen zufolge bei 58 Prozent. "Wir reden sonst so von zwischen einem und maximal acht Prozent."

Quelle: Stefan Weißenborn, 18.03.2020, 13:11 Uhr,  www.spiegel.de